Stadtmeisterschaft (Rapid)

Gewohntes Bild

Nach langer Abstinenz setzten sich die Sonneberger Schachspieler wieder an die Bretter, um die Stadtmeisterschaft im Schnellschach auszutragen. Erfreulicherweise sah man gleich vier neue Gesichter am Start, während leider einige alte Haudegen krankheits- oder urlaubsbedingt passen mussten. Insgesamt erreichte man mit 10 Teilnehmern die höchste Beteiligung der letzten Jahre. Das Turnier wurde als Rundenturnier gespielt mit einer Bedenkzeit von 20 Minuten pro Spieler und Partie.
Nach 5 Runden lagen Christopher Hartleb und Klaus Rierl mit 4½ Punkten gemeinsam an der Spitze vor den Verfolgern Klaus Brückner und Franz Geisensetter. Die Auslosung hatte fast alle direkten Duelle der Favoriten in die Schlussrunden verlegt. So konnten nach 7 Runden sich noch fünf Spieler Chancen auf den Titel machen. Zu den Genannten gesellte sich noch Neumitglied Andriy Trachuk, der mit einem Sieg gegen Klaus Rierl ins Verfolgerfeld vorstoßen konnte. In der Vorschlussrunde kam es zum Duell zwischen Christopher Hartleb und Klaus Rierl, in dem nach wechselhaftem Spielverlauf Letzterer die Zeit überschritt, während Hartleb noch zwei Sekunden auf der Uhr hatte. Damit war die Vorentscheidung um den Titel gefallen, den Hartleb mit einem Kurzremis in der Schlussrunde absicherte.
Im Kampf um die Plätze entspann sich in der letzten Runde das Gefecht zwischen Klaus Rierl und Franz Geisensetter. Erneut hatte Rierl eine vielversprechende Stellung herausgespielt, verlor aber immer mehr den Faden und stellte in bereits schlechterer, aber immer noch haltbarer Stellung einen Turm ein. Damit rutschte er noch auf Rang 5 ab, während sich Franz Geisensetter über Platz 2 freuen durfte. Unterdessen hatte Klaus Brückner gegen Andriy Trachuk das bessere Ende für sich, womit er das Duell um den dritten Platz für sich entscheiden konnte. Neumitglied Trachuk konnte überzeugen, er trotzte dem Turniersieger einen halben Punkt ab und musste nur gegen Franz Geisensetter und Klaus Brückner Punktverluste hinnehmen.
Die anderen Spieler konnten nicht um den Kampf um den Titel eingreifen, belebten aber das Turnier mit originellen Zügen und Kombinationen. Klaus-Dieter Jacob erreichte mit 50 Prozent Rang 6 vor Daniel Riedel. Die Gastspieler Dave Callies, Dennis Both und Amir al Baik zierten das Tabellenende, wobei die beiden Erstgenannten soviel Spielfreude empfanden, dass sie sich noch am Turniertag dem Verein als neue Mitglieder anschlossen.

Endstand nach 9 von 9 Runden
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Pu
1 Christopher Hartleb x 1 ½ ½ 1 1 1 1 1 1 8
2 Franz Geisensetter 0 x ½ 1 1 1 1 1 1 1 7½
3 Klaus Brückner ½ ½ x 1 ½ ½ 1 1 1 1 7
4 Andrij Trachuk ½ 0 0 x 1 1 1 1 1 1 6½
5 Klaus Rierl 0 0 ½ 0 x 1 1 1 1 1 5½
6 Klaus-Dieter Jacob 0 0 ½ 0 0 x 1 1 1 1 4½
7 Daniel Riedel 0 0 0 0 0 0 x 1 1 1 3
8 Dave Callies 0 0 0 0 0 0 0 x 1 1 2
9 Dennis Both 0 0 0 0 0 0 0 0 x ½ ½
Amir al Baik 0 0 0 0 0 0 0 0 ½ x ½
Nach geschlagener Schlacht lächeln Franz Geisensetter, Klaus Brückner und Turniersieger Christopher Hartleb in die Kamera.

Auszeichnung

Nach 50 Jahren übertrug Franz Geisensetter im September das Amt als Leiter der Abteilung Schach im September auf seinen Nachfolger Christopher Hartleb. Heute überreichen wir Franz für seine lange erfolgreiche Tätigkeit eine Verdiensturkunde, verbunden mit unser aller Dank!

Anlässlich seiner Ehrung wurde von seinem Nachfolger eine Hymne zur Melodie von Josef Haydn „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ (1797) gedichtet, deren Text hier veröffentlicht wird:

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Trauerfall

Die Sportgemeinschaft 1951 Sonneberg trauert um ihr langjähriges Mitglied

Dr. Alfred Heinz 
19.01.1931 - 22.11.2020

Als gebürtiger Oberlinder erlebte Alfred in seiner Kindheit die schlimme Zeit des 2. Weltkrieges. Trotz vieler Schulausfälle schaffte er es, das Abitur abzulegen und später ein Studium zu absolvieren. Er promovierte in Chemie. Die längste Zeit seines Arbeitslebens verbrachte er in Erfurt. Dort war er Mitglied des Erfurter Schachklubs. Nach der Wende war beim Aufbau der Thüringer Ministerien sein Fachwissen gebraucht, und so verblieb er bis zu seiner Pensionierung in Erfurt. 1996 zog es ihn, gemeinsam mit seiner Frau Doris, geb. Engelhardt, die ebenfalls aus Sonneberg stammte, wieder in heimatliche Gefilde. Sie bezogen ein neugebautes Wohnhaus in Köppelsdorf.
Beginnend mit der Spielzeit 1996/97 nahm Alfred an der Stadtmeisterschaft teil. In einigen Jahren spielte er das Zünglein an der Waage. Seine letzte Meisterschaft 2017/18 konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu Ende spielen.
Ein besonderes Verdienst erwarb sich Alfred in den Jahren 1997-99, als er die 3. Mannschaft leitete. In dieser Position agierte er nicht nur als Spieler und Fahrer, sondern war auch Ansprechpartner und Mentor für die heranwachsenden Jugendlichen, die durch ihre Einsätze in den Erwachsenenbereich eingeführt wurden. In der 2. Mannschaft etablierte er sich ebenfalls als wertvolles Mitglied. In dieser Zeit gelang es ihm auch, den Erfurter Großmeister Thomas Pähtz für ein Simultanspiel in Sonneberg zu gewinnen.
Auch in der 1. Mannschaft musste Alfred ab und zu den Feuerwehrmann spielen, wenn ein Spieler kurzfristig ausfiel. Dr. Heinz ging der Ruf eines sicheren und bedächtigen Spielers voraus. Mit zunehmendem Alter hatte er oft mit seiner Bedenkzeit zu kämpfen und verlor einige Partien durch Zeitüberschreitung.
Insgesamt bestritt Alfred 154 Punktspielpartien und erreichte eine Ausbeute von 74½ Punkten. Seine letzte Punktspielpartie, die er er remis gestaltete, bestritt er am 11. November 2018 gegen den SV Seubelsdorf 2.
Den Schachfreunden der SG 1951 Sonneberg wird Alfred Heinz als langjähriger Verfechter des Damengambits und der Französischen Verteidigung und vor allem durch sein ruhiges und besonnenes Auftreten in Erinnerung bleiben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Bayerische Meisterschaften 2020 (Rapid)

Vier Monate nach dem ursprünglich vorgesehenen Termin wurde am vergangenen Wochenende die Bayerische Schnellschacheinzelmeisterschaft ausgetragen werden. Ausrichter war wie im Vorjahr die SG Vogtareuth-Prutting um ihren Vorsitzenden Peter Eberl. Gespielt wurde im Hotel-Gasthof Höhensteiger in Rosenheim.

Als Vertreter Oberfrankens gingen Christopher Hartleb (SG 1951 Sonneberg) und Ralf-Michael Großhans (SC 1868 Bamberg) an den Start. Leiter des 24-köpfigen Teilnehmerfeldes war Schiedsrichter Tobias Stempfle. Gespielt wurden 9 Runden mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten pro Spieler und Partie zuzüglich einer Zeitgutschrift von 10 Sekunden pro Zug.

In Runde 1 gelang Christopher nach langem Kampf ein Sieg im Endspiel, in der 2. Runde verpasste er die beste Fortsetzung und musste mit wenigen Sekunden auf der Uhr ein Remis durch Dauerschach akzeptieren. Nach einem unspektakulären Remis in Runde 3 stand Christopher in der 4. Runde zunächst gut, übersah dann einen Konter und geriet langsam ins Hintertreffen, musste zunächst einen Bauern opfern und dann noch einen zweiten. Im einer technischen Verluststellung schaffte er es eine Falle aufzubauen, indem er seinen Springer scheinbar ins Abseits bugsierte. Sein Gegner biss an und musste feststellen, dass Christopher sich in der Zwischenzeit sämtliche Bauern einverleiben konnte, sodass kein Gewinnmaterial mehr übrig blieb. Nach diesem hart erkämpften Remis fegte Christopher in der nächsten Runde die Nummer 2 der Setzliste mit feinem Positionsspiel vom Brett und beendete Tag 1 mit 3½ Punkten aus 5 Partien. Ralf-Michael Großhans zeigte ebenfalls gutes Spiel und stand ebenfalls bei 3½ Punkte, wobei er in Runde 5 sogar Elofavoriten Maximilian Berchtenbreiter am Rande der Niederlage hatte.

Tag 2 begann für Christopher mit einer Niederlage gegen den souveränen Turniersieger und Titelverteidiger Maximilian Berchtenbreiter (8½ aus 9). Anschließend folgte ein weiteres Remis in einer von beiden Seiten fehlerhaft geführten Partie. Vor den letzten beiden Runden lag Christopher in der erweiterten Spitzengruppe. Mit einem glänzend herausgespielten Sieg in Runde 8 schob er sich gar auf den 3. Rang nach vorn. Vor der letzten Runde lagen gleich 6 Spieler mit 5 Punkten auf dem geteilten 2. Platz, die in der letzten Runde gegenseitig die Klingen kreuzten. Christopher hatte sich eines ungestümen Angriffs zu erwehren, dessen Abwehr Nerven und Bedenkzeit kostete. Sein Gegner erspähte den richtigen Zeitpunkt für ein Remisangebot und Christopher willigte erleichtert ein, obwohl eine spätere Analyse zeigte, dass er in ein besser stehendes Turmendspiel hätte abwickeln können. Bereits zuvor hatte man sich am Parallelbrett ebenfalls mit einem Remis getrennt. Erneut gab es einen Punktegleichstand (5½ aus 9) zwischen 6 Spielern, aber dieses Mal hatte Christopher das Nachsehen. Er wurde „Bester Nichtpreisgewinner“ (Platz 6). Dem Kollegen Ralf-Michael Großhans (ebenfalls 5½ aus 9, Platz 7) erging es ähnlich.

Hinter dem souveränen Sieger Maximilian Berchtenbreiter (Münchener SC, 8½) landeten Marco Otte (Rochade Augsburg, 6) und Reinhard Kotz (SC Herzogenaurach, 5½). Nach dem im Vorfeld angekündigten Verzicht Berchtenbreiters an der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft durfte sich auch Christian Schatz (SC Postbauer-Heng, 5½) über einen Qualifikationsplatz freuen.

Marco Otte, Maximilian Berchtenbreiter, Reinhard Kotz (v.l.n.r.)